25 Jahre nach Trennung singen H&N im T.E.C. Erfurt

07. Mai 2013

 „Früher oder Später“ wieder vereint

Die einen feiern nach 25 Jahren Ehe Silberhochzeit, die anderen nach 25 Jahren Trennung eine klangvolle Wiedervereinigung: So jedenfalls machen es „H&N“, die in den 80-er Jahren als die „ostdeutschen Modern Talking“ galten. Nach einer regelrechten Odyssee starten Holger Flesch und Norbert Endlich, die sich hinter der Abkürzung verbergen, nun  ihr Comeback. Ihr neues gemeinsames Album „Früher oder Später“ stellen die Musiker am 15. Mai um  11 Uhr im T.E.C. Erfurt – präsentiert von real,- vor. Natürlich geben sie anschließend auch Autogramme.

Gerade mal fünf Tage auf dem Markt ist der neue Tonträger, wenn H&N Station in Erfurt machen. Flesch und Endlich wollen damit nicht nur an gute, alten Zeiten erinnern, in denen sie dem Publikum Hits wie „Baby aus Halle“ bescherten. Zwischen erfrischender Leichtigkeit  pop-rockig klingender Musik mit Ohrwurm-Charakter und nachdenklichen Balladen bewegt sich das aktuelle Repertoire.

Holger Flesch und Norbert Endlich hatten sich während ihres Studiums an der Musikhochschule Weimar kennengelernt, freundeten sich an und gründeten bereits 1978 ihre eigene Band. Im Rahmen des Festivals „Goldener Rathausmann“ traten sie das erste Mal als H&N auf. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit ihrer Karriere steil bergauf. Titel wie „Baby Aus Halle“, „Flic Flac In Die Nacht“ und „Zwei Handvoll Träume“ wurden zu Megahits und führten H&N in die oberste Musikliga. TV-Auftritte bei Sendungen wie „Silberner Bong“ (die ZDF Hitparade des Ostens), wo sie gleich dreimal gewinnen konnten, oder im legendären „Kessel Buntes“ folgten und machten beide zu jungen Helden ihrer Generation. Fast jeden Tag auf Tour, 300 Auftritte im Jahr, Konzerte mit den Puhdys oder Frank Schöbel waren lange Zeit Programm für die zwei Männer mit Kultstatus.

Vor dem Mauerfall in die (künstlerische) Freiheit

Im Vorfeld der 750-Jahr-Feier von Berlin 1987, so erzählen die beiden, drohte das Kulturministerium der DDR mit einem Berufsverbot. Am 27. März 1987, gut zwei Jahre vor dem Mauerfall, wagten Holger Flesch und Norbert Endlich den unausweichlichen Schritt: Aus Liebe zur Musik und zur Freiheit entschlossen sie sich nach einer Reise nicht mehr in die DDR zurückzukehren.

In der Folgezeit arbeiteten sie weiter als Kreative und komponierten u.a. die letzte Single „Kein Morgen danach“ für Roy Black. 1988 trennten sich die Beiden. Holger Flesch zog es in die Welt, wo er sich zahlreichen Projekten erfolgreich stellte. Norbert Endlich arbeitete als Komponist und Produzent in Berlin für Künstler wie Inka Bause, Marshall & Alexander und Roland Kaiser. Seit 2009 produziert Norbert Endlich erfolgreich für seine Tochter Ella Endlich.